W A S S E R H A U S
A R A B I C _ A U S T R I A N _ F I L M P R O J E C T S
Die FREMDGÄNGERIN
 
Sie ist 61, streitbare Feministin und wichtige kritische Stimme in der internationalen Kunstwelt: Barbara Wally, fast drei Jahrzehnte Direktorin der von Oskar Kokoschka begründeten Schule des Sehens, der Salzburger Sommerakademie, ist Muslima geworden.
Zwischen Sanaa, Aden, Salzburg und New York führt sie ein Leben zwischen den Welten und erfindet sich neu.
Eine Frau, die Kunst gegen Religion tauscht - eine, die zum ersten Mal in ihrem Leben heiratet und für die Feminismus und Islam kein Widerspruch sind. Eine Frau, die einen um 22 Jahre jüngeren Mann aus dem Jemen liebt, den sie als Jeepfahrer kennen gelernt hat.
Sie teilt ihn mit seiner ersten Frau Fosia und ihren sechs Kindern.
Tabubrüche und Widersprüche, Grenz- und Fremdgänge. Einblicke in den Alltag:
In Sanaa, wo stämmische Tradition, Patriarchat und streng getrenntes Leben von Mann und Frau an der Tagesordnung sind, hat Barbara Wally mit ihrem Mann Alkhadher ein Reisebüro für Jementouristen gegründet und besucht mit uns in der Hafenstadt Aden die Familie ihres Mannes und seine erste Frau Fosia. Barbara, die Dritte im Bunde, übersetzt, was Fosia sagt. Fosia kann wie viele Jemenitinnen weder lesen noch schreiben. Fosia darf nicht gefilmt, nur gehört werden.
Welche Rolle spielt der Mann in dieser Beziehung zwischen zwei Frauen? Was sagt die weibliche Elite zur Situation der Frau im Jemen wie Nadia Al Sakaff, Herausgeberin der Yemen Times?
Ein Film über eine mutige Beziehung, über Kunst und Religion, über Fremdheit und Nähe und über das Wagnis, mit einer offenen Identität wie sie Barbara Wally lebt, über Grenzen zu gehen und Fragen offen zu lassen.
Lässt sich die jemenitische Wirklichkeit einer Dreiecksbeziehung überhaupt entschleiern?
 
Katrin Mackowski
REGIE: Katrin Mackowski KAMERA: Judith Stehlik SCHNITT: Harald Nestl / Doris Schmid
Produktion: ORF / MMK / Bernadette Stummer
45 Minuten, A/Y/I 2009
 
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